Von Holz zum Einkaufserlebnis – 

Supermärkte aus Holz setzen neue Maßstäbe im Ladenbau

20. Januar 2026 |
Lifestyle Businessbereich

Pionierprojekte als Vorbilder für den Handel

Ein kompletter Supermarkt aus Holz? Das klingt zunächst unmöglich, ist in Sölden jedoch längst Realität. Der Beckesepp-Supermarkt zeigt eindrucksvoll, wie nachhaltiges Bauen im gewerblichen Bereich aussehen kann. Rund 800 Kubikmeter Holz wurden für das Gebäude verwendet. Und er ist kein Einzelfall: Immer mehr neue Supermärkte entstehen heute in Holzbauweise und machen Nachhaltigkeit sichtbar erlebbar.

Schwarzwälder Supermarkt als Holz-Vorreiter

Der Beckesepp-Supermarkt in Sölden steht dabei nicht nur beispielhaft für den Einsatz von Holz im gewerblichen Bau, sondern auch für ein konsequent regionales Gesamtkonzept. Der Markt ist auf den Verkauf regionaler Lebensmittel ausgerichtet. Für Bauherr Johannes Ruf war es daher selbstverständlich, auch beim Neubau der Filiale besonderes Augenmerk auf die Verwendung regionaler Baustoffe und Ressourcen zu legen. Die geschwungene Dachkonstruktion aus Brettschichtholzbindern [Glossar], die Fassade aus unbehandelter Weißtanne sowie der Abbund der Massivholzwände [Glossar] stammen vollständig aus der Region. Durch die kurzen Transportwege wird der ökologische Fußabdruck zusätzlich reduziert. Neben den ökologischen Vorteilen überzeugt der konsequente Holzbau auch gestalterisch. Mit Ausnahme der Bodenplatte aus Beton und der großzügigen Glasfront wurde der Markt vollständig aus Holz errichtet. Das wellenförmige, begrünte Dach lässt das Gebäude harmonisch in das umliegende Landschaftsbild eingebettet erscheinen und folgt damit dem zentralen Entwurfsgedanken. Die freie Anordnung der einzelnen Abteilungen sowie die offene, helle Struktur aus Holz und Glas schaffen einen einladenden Marktplatzcharakter.

Erster deutscher Holz-Supermarkt zieht nach

Auch in Deutschland gibt es inzwischen den ersten Supermarkt, der komplett aus Holz gebaut wurde. Der neue EDEKA Popko in Braunschweig-Lamme ist Deutschlands erster Markt, der vollständig mit dem Holzbausystem TRIQBRIQ errichtet wurde. Für den rund 1.100 Quadratmeter großen Markt wurden über 11.000 BRIQs aus Industrieholz [Glossar], Kalamitätsholz [Glossar] und rückgebautem Holz [Glossar] verbaut. Die Bausteine werden trocken gesteckt und mit Buchenholzdübeln verbunden, ganz ohne Klebstoffe. Dadurch ist der Bau rückbaubar und flexibel umnutzbar. Neben der ökologischen Bilanz überzeugt die Bauweise auch statisch: Durch das modulare System konnten kleinere Fundamente und deutlich weniger Beton eingesetzt werden, wodurch rund 50 Prozent CO₂ eingespart werden. Mit Ausnahme der Bodenplatte und der großen Glasfront wurde der Markt vollständig aus Holz gebaut. Die offene Struktur aus Holz und Glas schafft einen hellen Marktplatzcharakter und stärkt mit dem Fokus auf Frische und regionalen Produkten die Nahversorgung in Lamme.

Beide Projekte zeigen, wie vielseitig Holz im modernen Einzelhandel eingesetzt werden kann, von regional geprägten Baukonzepten bis hin zu vollständig kreislauffähigen Bauweisen. Ob als regionaler Holzbau in Sölden oder als modularer Holzbaustein-Supermarkt in Braunschweig, die Beispiele machen deutlich, dass nachhaltige Handelsarchitektur heute nicht nur möglich ist, sondern bereits konkret umgesetzt wird. Damit wird Holz zunehmend zur ernstzunehmenden Alternative für gewerbliche Bauvorhaben, mit spürbaren Vorteilen für Klima, Ressourcen und Gestaltung.